Mit gutem Werkzeug ausgestattet (Erfahrungsbericht)

Die Therapie

Ich, C.L., war 2017/2018 Patient in Oerrel und konnte in den 16 Wochen wirklich viele Erfahrungen sammeln.

Hier ein kleiner Bericht: Natürlich verließ ich die Fachklinik mit einer Erleichterung und Zuversicht. Mein Kopf war voll mit Erinnerungen, mein Herz gefüllt mit Wehmut und mein (inneres) Tagebuch mit imaginären Notizen und Merkzetteln aus den Vorträgen und Gruppentherapien bestückt.

Oerrel hat mich nicht zu einem anderen Menschen gemacht. Ich bin weiterhin Ich. Ich weiß mich aber nun besser zu analysieren. Ich bin derjenige, der seine Gedanken bewerten und ggf. auch ändern kann. Ich kann mit mir reden, ich kann mich ermahnen, ich kann neue Herausforderungen in Ruhe bewerten und falsche Verhaltensweisen im Nachhinein viel besser erkennen und vielleicht sogar noch heilen.

Die Gelegenheit im Rahmen der Arbeitstherapie?Arbeitstherapie
Arbeit als therapeutische Methode zur Behandlung von Abhängigen. Die Beschäftigung im Rahmen der Betreuung findet sich in Bereichen wie Metall- und Holzwerkstatt, Fahrradwerkstatt, Haustechnik, Gartenarbeit, Küche und Hauswirtschaft oder in der Kreativwerkstatt. Unter fachlicher Anleitung wird hier mit konkreten therapeutischen Zielsetzungen gearbeitet.
eine Woche in der Holz- und eine Woche in der Metallwerkstatt zu arbeiten hatte ich selbst gewählt und freute mich schon auf den Beginn. Die erste Woche Holz, die zweite Woche Metall. Ich erhoffe mir einen gewissen Lerneffekt und Know-How. Die Metallwerkstatt war klasse. Ich wurde so beschäftigt, dass ich hinterher über den Lerneffekt und kleine Kniffe für den Hausgebrauch erfüllt und begeistert war.

Innerhalb der Therapie kam es leider zum Wechsel in der Bezugstherapie, da meine Therapeutin den Mutterschutz antreten durfte.

Das war sehr schade. Die anderen Therapeuten und Frau Friedrich als leitende Ärztin komplettierten durch eigene Schwerpunkte und kompensierten auch den Wechsel meiner Bezugstherapeutin. Ich wurde umfangreich mit einen Werkzeugkoffer ausgestattet, der so nach und nach seine Nützlichkeit beweißt und noch weiter beweisen wird. Mit einer Schere kann ich auch einen Nagel aus der Wand ziehen und mit einer Kneifzange habe ich schon einen kleinen Nagel eingeschlagen. Natürlich sind die Ergebnisse mit dem richtigen Werkzeug besser!

Im Anschluss…

an die stationäre Therapie konnte ich meine lang erhoffte Schmerztherapie antreten. Da der schlechte Umgang mit Schmerzen mich irgendwann zum Alkohol führte, waren mir beide Therapien sehr wichtig. Ich konnte mich besser auf die Schmerztherapien einlassen, da ich wusste, dass nicht immer alles Schlechte von außen kommt, sondern auch in meinem Kopf enstehen kann.

Der Blick zurück

Im Nachhinein erfuhr ich eine Verstärkung. Vieles musste einfach erst mal sacken und durch Alltagssituationen erprobt werden. Bewusst oder unbewusst, das ist egal. Worte wie: Achtsamkeit, Fühlen-Denken-Handeln, ABC-Modell, Ablenkung, Suchtgedächtnis, Triggern, Trauer etc. schwirrten oft in meinem Kopf. In der Schmerztherapie kam ich zu der Erkenntnis, wie gut die Therapie in Oerrel war. Wie recht die Therapeuten doch hatten, wie punktgenau ich in den Vorträgen und Einzelgesprächen gecoacht wurde. Wie gut sie mich dann wohl doch kannten.  Ich habe erkannt, dass so vieles wirklich „Kopfsache“ ist und Schmerz – genauso wie Sucht – im Kopf entsteht und ich hier tatsächlich anfangen muss umzudenken.

Es ist ein gewisser zeitlicher Abstand notwendig, um Erlerntes zu prüfen und Hilfestellungen auszuprobieren. Nicht alles kann sofort angewandt werden. Aber ich muss mir die Zeit nehmen. Ich frage mich in kniffligen Momenten: „Was würde mir mein Therapeut jetzt sagen/fragen?“ oder „Was hast du damals in  der Gruppe gelernt, als so eine Situation beschrieben wurde?“

Meine Selbsthilfegruppe ist hierbei auch absolut wichtig und tut mir gut.

So nach und nach erlebe ich, wie andere Patienten rückfällig werden, in alte Verhaltensmuster verfallen, wie mich der Alltag und die Realität einholen und wie schnell und unerwartet sich manchmal Gelüste und Schmerzen verstärken. Ich bin stolz auf jede Situationen die ich meistere. Dabei stütze ich mich auf auditive oder visuelle Erinnerungen, Verankerungen und Filmausschnitte aus der Therapie in Oerrel.

Tipps für die Zukunft

Während meines Aufenthaltes konnte ich sehr regelmäßig die Sauna nutzen und schätzte die Annehmlichkeiten der Kostenfreiheit und der Sauna an sich. Die leider sehr lange Bauzeit für den Umbau der Sauna trübten die Stimmung. Ich weiß, dass das ein Luxusproblem ist, aber es schlug eben auf die Stimmung. Der Ruheraum war lange Zeit auch Materiellager. Ich hatte aber die große Hoffnung, dass zum Januar alles fertig ist. So erging es auch anderen Mitpatienten.

Die Vorstellung aller Mitarbeiter vor allem auch der Geschäftsführung, die vor Ort ist,  hätte mehr Transparenz und Sicherheit geboten.

Haus Niedersachsen gGmbH
Feldstraße 5
29386 Dedelstorf/Oerrel

Geschäftsführer: Matthias Hierzer
Telefon 0 58 32 - 82 0
info@1537872478haus-niedersachsen.de

Fachklinik Oerrel
Feldstraße 5
29386 Dedelstorf/Oerrel

Leitende Ärztin: Ilse Friedrich Verwaltungsleiter: Matthias Hierzer
Telefon 0 58 32 - 82 0
oerrel@1537872478haus-niedersachsen.de

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Adaption Hambühren
Nienburgerstraße 24
29313 Hambühren

Leitung: Ina Reichinger
Telefon 0 50 84 - 58 68
hambuehren@1537872478haus-niedersachsen.de

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Wohnheim Emmen
Im Winkel 58–60
29386 Hankensbüttel/Emmen

Leitung: Thomas Schweigler
Telefon 0 58 32 - 82 70
emmen@1537872478haus-niedersachsen.de

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